Bleibt Betongold interessant?
Spielt die Immobilie auch in Krisenzeiten ihre Vorteile aus?
Warum werden Immobilien als Betongold bezeichnet?
Der Begriff Betongold wird umgangssprachlich für Immobilien verwendet. Das Wort setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Beton und Gold. Immobilien sind wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe eine eigene Anlageklasse in Deutschland. Die Immobilie wird als fest wie Beton und wertbeständig wie Gold beschrieben. Geprägt wurde der Begriff in früheren Krisen. Er wird besonders häufig verwendet, wenn die Inflationsraten sehr hoch sind. Immobilien gelten als Schutz vor Inflation. Im Gegensatz zu Aktien und Anleihen bleibt die Immobilie eine stabile Geldanlage, die kaum Wertschwankungen aufweist, und attraktive Renditen sichert. Deshalb wird Betongold auch in Niedrigzinsphasen als aussichtsreiche und solide Geldanlage geschätzt.
Immobilien sind wie Aktien Sachwerte. Sie bewähren sich als langfristiges Investment und sind Wirtschaftsgüter mit einem eigenen Charakter. Grundstücke, Wohnhäuser, Bürokomplexe, Hotels und andere Gebäude sind immobil, das heißt unbeweglich. Sie bleiben an dem Ort, an dem sie einst errichtet wurden. Immobilien weisen einen mehrfachen Nutzen auf. Menschen können in ihnen wohnen, leben, arbeiten und sich an ihnen und ihrer Einrichtung erfreuen, sie haben also auch eine psychologische Rendite. Als Geldanlage erwirtschaften Immobilien laufende Erträge in Form von Mieten, das generiert für Anleger eine wirtschaftliche Rendite. Darüber hinaus besitzen Objekte Wertsteigerungspotenzial, wenn sie nach dem Kauf wieder veräußert werden. Ist ihr Preis seit dem Erwerb gestiegen, realisiert der Verkäufer einen zusätzlichen Gewinn.
Wie können Anleger in Immobilien investieren?
Anleger können auf drei verschiedene Arten in Betongold Geld anlegen. Kapitalanleger erwerben auf klassische Weise direkt verschiedene Privat- oder Gewerbeimmobilien. Zur Altersvorsorge hervorragend geeignet ist das selbstgenutzte Eigenheim, dessen Vorteil in der Mietersparnis im Alter liegt. Anlageimmobilien werden vermietet und erwirtschaften für den Eigentümer ein zusätzliches Einkommen. Besonders lukrativ können Investitionen in Denkmalschutz-, Pflege- oder Ferienimmobilien in perfekter Lage sein.
Eine weitere Alternative, um in Immobilien zu investieren, besteht im Kauf von Fonds. Diese Option ist vor allem für Kleinanleger interessant, die ohne viel Kapital in Immobilien Geld anlegen können. Man unterscheidet dabei offene und geschlossene Immobilienfonds. Hier kaufen Investoren Anteile an vielen verschiedenen bzw. einigen wenigen, von Managern zusammengestellten, Immobilienobjekten.
Die dritte Möglichkeit bieten innovative Anlageformen in Betongold wie Crowdinvesting für Immobilien. Dabei investieren Anleger zweckgebunden in die Fertigstellung eines Bauprojekts. Diese Anlageform als Investition in Betongold zu bezeichnen, ist jedoch nicht korrekt, denn die Anleger stellen nur Geld für Bauvorhaben bereit. Sie investieren in nachrangige Darlehen mit hoher Verzinsung.
Die Anlage in Immobilienaktien folgt dagegen den Regeln des Aktienmarktes und der Börse. Sie hat nur wenig mit der Entwicklung von Betongold zu tun.
Was ist bei der Geldanlage in Immobilien zu beachten?
Der Wert einer Immobilie wird bestimmt von Angebot und Nachfrage, der Konjunkturphase, verschiedenen Standortfaktoren, der Immobiliennutzung und vor allem der Lage des Objekts. Wesentliche Einflussfaktoren auf die Rendite einer Immobilienanlage sind die bei der Investition anfallenden Kosten und die Gestaltung sowie Zusammensetzung ihrer Finanzierung.
Rendite und Risiko der Immobilienanlage verhalten sich wie bei allen Geldanlagen gegensätzlich. Je höher die Renditeerwartungen, desto höher die Risiken der Kapitalanlage. Die Renditen von Immobilien sind niedriger als die von Aktien. Dafür sind ihre Verlustrisiken und Preisschwankungen weit weniger ausgeprägt als bei den Anteilen an Unternehmen, die Aktien darstellen. Die Wertentwicklung von Gold wird allein durch Preisveränderungen bestimmt. Gold genießt als Anlage unbegrenztes Vertrauen, sein Preis kann jedoch kurzfristig hohen Schwankungen unterliegen.
Immobilien sind auf lange Sicht lukrativ, da über Jahre eine Wertsteigerung zu erwarten ist. Ein realer Wertzuwachs ist dennoch nicht in jedem Fall garantiert. Inflationsschutz liefern Geldanlagen dann, wenn es Investoren gelingt, mit ihnen ihr Vermögen zu erhalten. Bargeld sowie Geldwerte wie Anleihen oder Darlehen verlieren teilweise enorm durch Inflation an Wert.
Weshalb bleibt Betongold auch in Zukunft attraktiv?
Die Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsgebieten und der Sanierungsbedarf bei bestehenden Gebäuden wird weiterhin hoch bleiben. Dazu gibt es z. B. clevere Systemimmobilien-Konzepte, die auf einer Investition in vermietete Bestandsimmobilien basieren. Durch die Energiewende, neue Wohnformen, den demografischen Wandel und die Digitalisierung entstehen andere Wachstumsfelder in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Unternehmen wiederum werden durch den Trend zur Nachhaltigkeit neue Lösungen für Gewerbeeinheiten finden. Eventuelle Preisübertreibungen bei Immobilien können in konjunkturellen Krisen korrigiert werden.
Fazit
Eine Immobilien-Investition hat in jeder Wirtschaftsphase ihre Berechtigung. Der Totalverlust ist bei Immobilien in Friedenszeiten nicht möglich, das Haus kann entweder genutzt oder verkauft werden. In gewissem Umfang kann die Immobilie gegenüber reinen Geldwerten Schutz vor Inflation bieten. Um mit Immobilien angemessene Renditen zu erzielen, sind eine ausführliche Analyse des Immobilienmarkts und sorgfältige Auswahl des Objekts notwendig. Anleger, die ihr gesamtes Vermögen in Immobilien anlegen, gehen jedoch ein unvernünftiges Klumpenrisiko ein. Erst eine Streuung über sämtliche Anlageklassen ermöglicht den größtmöglichen Schutz vor Verlusten. Ausschlaggebend für die Zusammenstellung des eigenen Portfolios sind stets die individuelle Lebenssituation und das vorhandene Kapital des Anlegers.
Betongold ist ein renditestarker Baustein, der in keinem Portfolio fehlen sollte.
Die richtige Anlage-Strategie kommt vom erfahrenen Profi.Am besten unabhängig. Am besten familiengeführt.